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Ausblick: Was bringt das Jahr 2019?
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Ausblick: Was bringt das Jahr 2019?

02/01/2019

Angesichts neuer Vorschriften und sich verändernder Geschäftsmodelle, die sich am Horizont abzeichnen, wird das Jahr 2019 für die Finanzbranche weltweit eine entscheidende Rolle spielen.  Unsere Regional Heads teilen ihre Vorhersagen und Erkenntnisse für das Jahr 2019

 

img_bp2s_alessandro-gioffreda_2019-01-02.pngAlessandro Gioffreda, Head of Continental Europe

Stärkere Zusammenarbeit als Reaktion auf einen sich rasch wandelnden Markt

Die vergangenen Jahre stellten ein goldenes Zeitalter für Unternehmensinnovationen dar. Unternehmen haben neue Wege gefunden, um Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen und Innovationen voranzutreiben. Da die Märkte sich weiterhin in schnellem Tempo wandeln, müssen Finanzinstitute Schritt halten, da nun selbst ein Fast-Follower-Ansatz ein hohes Maß an Risiko birgt.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Grenzen der kompletten hausinternen Entwicklung von Produkten sind wir der Auffassung, dass Finanzinstitute 2019 stärker auf Zusammenarbeit mit Mitbewerbern und IT-Firmen setzen werden, um neue Wertbeiträge zu schaffen und innovative Lösungen zu liefern. Als Mittel zum Zweck dient dabei die Bündelung von Fähigkeiten und Mitteln, ohne dass die Beteiligten im Rahmen von M&A oder JV aneinander gebunden sind.

Asset Manager und Banken werden bei der Harmonisierung ihrer Geschäftsmodelle Fortschritte erzielen

Rentabilitätsherausforderungen, verursacht durch die zunehmenden regulatorischen Anforderungen und den Wettbewerbsdruck auf die Gebühren, machen es erforderlich, dass sowohl Asset Manager als auch Finanzinstitute ihre Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen. In Europa hat eine zersplitterte und länderspezifische Struktur viele Unternehmen daran gehindert, das angestrebte Effizienz- und Kostensenkungsniveau zu erreichen sowie Kunden harmonisierte Dienstleistungen anzubieten.

Angesichts des Kostendrucks, der wohl auch in Zukunft hoch bleiben dürfte, werden im Jahr 2019 sowohl Asset Manager als auch Banken vielleicht wieder mehr Interesse an einer Harmonisierung ihrer Geschäftsmodelle zeigen und das Potenzial von Auslagerungen und der markt- und produktweiten Konsolidierung von Anbietern konkreter abschätzen. In manchen Marktsegmenten sorgen Infrastrukturänderungen für eine immer ausgeprägtere landesweite Standardisierung, die es Unternehmen ermöglicht, auf regionale Anbieter von Dienstleistungen im Nachhandelsbereich zurückzugreifen.

Fondsvertriebsplattformen werden bei gleichzeitiger Konsolidierung weiter im zweistelligen Bereich wachsen

Der europäische Markt für B2B-Fondsplattformen umfasste 2017 verwahrte Vermögen (Assets under Administration, AUA) von 2,4 Billionen EUR und soll bis 2021 bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 15,8% AUA von 4,3 Billionen EUR erreichen. Die Hauptfaktoren sind dabei das prognostizierte Wachstum der Branche der Anlagefonds sowie Neukunden, darunter Pensionskassen, die die Dienstleistungen der Fondsplattformen benötigen. Ferner wird die Marktkonsolidierung bereits durch die Investitionserfordernisse und -dimensionen vorangetrieben, wobei 2018 vier Übernahmen angekündigt wurden.

Dieser Trend dürfte über mehrere Jahre andauern, wobei am Ende nur eine kleine Zahl von Plattformen am Markt übrigbleiben wird. Als Sieger werden diejenigen Plattformen hervorgehen, die in der Lage sind, Kosten zu senken, die Effizienz zu erhöhen und sowohl Vertriebsunternehmen als auch Vermögensverwaltern in ganz Europa ein breit gefasstes Wertversprechen zu unterbreiten.

img_bp2s_patrick-hayes_2019-01-02.jpgPatrick Hayes, Head of UK, Middle East and South Africa

Brexit

Unabhängig davon, mit welchem Ergebnis die Verhandlungen rund um den Brexit enden werden, sind wir der festen Überzeugung, dass London 2019 seinen Platz als weltweit führende Finanzmetropole behaupten wird. Initiativen wie die London-Shanghai Stock Connect, deren Start in Kürze vorgesehen ist, sprechen dafür. BNP Paribas ist seit mehr als 150 Jahren in Großbritannien vertreten und daher optimal aufgestellt, um Bestandskunden durch den Brexit zu begleiten und Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit von Kontinentaleuropa nach Großbritannien ausdehnen möchten und umgekehrt, ihr einzigartiges Know-how anzubieten.

Diversität und Gleichstellung der Geschlechter

Wir hoffen auf und erwarten eine größere Kooperation innerhalb der britischen Community der Finanzdienstleister bei den Themen Diversität und Gleichstellung der Geschlechter. Obwohl es Fortschritte gab, bleibt es weiterhin schwierig, talentierte weibliche Mitarbeiter für unsere Branche zu interessieren, sie dort zu halten und zu fördern. Dieses Problem kann nur gelöst werden, indem wir zusammenarbeiten. BNP Paribas UK übernimmt mit einer Frau an der Spitze eine Vorreiterrolle, aber wir sind uns darüber im Klaren, dass dies nicht ausreicht.

Zentrum für digitale Innovation

London wird im Jahr 2019 seinen Ruf als Zentrum für digitale Innovation weiter ausbauen. Finanzdienstleister werden ihre Anstrengungen verstärken, Mitarbeiter von außerhalb ihres traditionellen Talentpools zu rekrutieren. Dabei entsteht zwischen ihnen und den großen Technologieunternehmen ein zunehmender Wettbewerb um die besten Kandidaten, um Innovationen auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus werden weitere Gelder in „Inkubator“-Programme fließen, in denen die Geschäftsmodelle der Zukunft entstehen, was zu mehr Effizienz, niedrigeren Kosten und einem neuen, verbesserten Kundenerlebnis führen wird.

Wahrnehmung des agilen Arbeitens im Wandel

Damit die britische Finanzdienstleisterbranche weiter floriert, müssen wir anerkennen, dass die Top-Talente von heute ganz andere Berufsziele, Wünsche und Chancen haben als noch vor 20 Jahren. Da unsere Branche immer abhängiger wird von technischen Innovationen und der Datenwissenschaft, stehen wir im Wettbewerb mit Technologiegiganten und Start-ups um die klügsten Köpfe. Zu den Erwartungen dieser Generation zählen flexible Arbeitsverhältnisse, die neuesten Technologien sowie die Akzeptanz von Fehlschlägen als Teil des Innovationsprozesses – Eigenschaften, die jedoch in der Regel nicht mit Banken assoziiert werden. 2019 wird ein Jahr, in dem wir uns stärker darum bemühen müssen, dieses Image zu ändern.

img_bp2s_philippe_benoit_round_2018-12-21.png

Philippe Benoît, Head of Asia Pacific

China wird sich weiter öffnen und auf neue Partnerschaften setzen

China hat sein Ziel, seine Kapitalmärkte zu liberalisieren und sich für Investitionen zu öffnen, weiter vorangetrieben. Bestehende Programme dürften 2019 im Zuge ihrer weiteren Differenzierung stark zunehmen.  Darüber hinaus wird sich China auch weiterhin für neue Partnerschaften mit anderen Ländern öffnen, wahrscheinlich unter Verwendung verschiedener Modelle.  Vor dem Hintergrund der Lancierung und laufenden Weiterentwicklung der Börsenkooperationsinitiative Shanghai-London Stock Connect sollten wir den Start erweiterter Kooperationsprogramme mit anderen Ländern, zu denen China strategische Beziehungen unterhält, nicht ausschließen. Dazu könnten beispielsweise zweifach börsennotierte Derivate auf Milchprodukte aus Neuseeland oder Terminprodukte aus dem Bausektor aus Australien zählen.

Der grenzübergreifende Vertrieb von Fonds fördert grenzüberschreitende Kapitalflüsse

Die Anstrengungen Chinas, seine Märkte zu öffnen, sind ein Grund dafür, dass die Märkte des asiatisch-pazifischen Raums im Jahr 2019 eine Beschleunigung der grenzüberschreitenden Zu- und Abflüsse von Kapital erleben werden. Aber neben China sind noch weitere Faktoren im Spiel, die diesen Trend verstärken werden. Im Februar 2019 wird voraussichtlich der Asia Regional Funds Passport (ARFP) starten, der die Fondsmärkte Australiens, Japans, Koreas, Neuseelands und Thailands miteinander verknüpft.  Wir rechnen auch mit einem Zusammengehen mit dem Collective Investment Scheme (CIS) der ASEAN-Staaten, das nun stärker in den Fokus der Industriestaaten rückt. Fondsmanager könnten dadurch ihre verwalteten Vermögen ausbauen, wodurch sich das ARFP-Programm als möglicher regionaler Konkurrent für OGAW in Asien präsentieren könnte.

Auslagerung von Nachhandelsprozessen wird zunehmen

Das Clearing durch Drittanbieter (Third-Party Clearing, TPC) dürfte angesichts der Änderungen, die die verschiedenen APAC-Länder an ihrer Trading-Infrastruktur vornehmen, sowie angesichts der neuen Regulierungsvorschriften und Technologien, die einen tiefgreifenden Wandel der Clearing- und Abwicklungspraktiken nach sich ziehen werden, voraussichtlich zu einer interessanteren Option werden. Im aktuell höchst wettbewerbsintensiven Umfeld benötigt die Sell-side Kapazitäten, um in ihre Kernkompetenzen (Research, Trading und Ausführung) zu investieren und ihr Angebot zu differenzieren. TPC senkt die Fixkosten, optimiert Kapital und Liquidität und sorgt für mehr Agilität, was der Sell-side die Mittel dazu an die Hand gibt, daher wird die Beliebtheit von TPC in der Region auch im Jahr 2019 weiter zunehmen.

img_bp2s_claudine-gallagher_2019-01-02.jpgClaudine Gallagher, Head of the Americas

US-Asset Manager werden das Effizienzpotenzial ihrer Middle- und Back-Office-Abteilungen weiter analysieren

US-Asset Manager sind im Begriff, ihre Geschäftsmodelle an die veränderte Anlagelandschaft anzupassen: sinkende Verwaltungsgebühren, schwierigere Alpha-Generierung, zunehmender Umfang der Regulierungsaufsicht, alternde operative Infrastruktur. Aus diesem Grund gehen wir davon aus, dass viele dieser Asset Manager Anpassungen bei den Nachhandelsprozessen vornehmen werden und der Gedanke des Outsourcings auf breitere Akzeptanz stoßen wird.

Laut einem Bericht von McKinsey & Company haben sich die Betriebs- und Technologiekosten nordamerikanischer Asset Manager zwischen 2007 und 2016 fast verdoppelt. Asset Manager müssen auch in Zukunft mit steigendem Zeit- und Geldaufwand rechnen, um weiter Schritt halten zu können. Aus diesem Grund gewinnen die Automatisierung und die Auslagerung von Anlagetätigkeiten, angefangen beim Middle Office bis hin zum Back Office, sogar noch an Attraktivität hinzu.

ETF werden ihren Marktanteil ausbauen

Wir rechnen damit, dass institutionelle Anleger in Nord- und Südamerika einen größeren Anteil ihres Kapitals in ETF investieren werden, sobald sie sich mit der Liquidität dieser Anlageklasse stärker vertraut gemacht haben.  Darüber hinaus erwarten wir weitere Innovationen betreffend die Arten angebotener ETF, da Asset Manager weiterhin neue Wege erschließen werden, ihre Produkte innovativer zu gestalten, sie von der Konkurrenz abzugrenzen und zu vertreiben.

Hedgefonds-Manager müssen ihre Modelle erneut anpassen, um der höheren und gerne gesehenen Marktvolatilität Rechnung zu tragen

In den vergangenen Jahren mussten Hedgefonds ihre Modelle anpassen, um abnehmende Investitionsgelegenheiten für die Alpha-Generierung während eines Zeitraums historisch niedriger und stagnierender Volatilität (mit einigen kurzlebigen Ausnahmen) zu identifizieren.  Seit Anfang des vierten Quartals des Jahres 2018 feierte die Volatilität jedoch sowohl an den wichtigsten Aktienmärkten als auch an den Anleihen-, Devisen- und Rohstoffmärkten (vor allem Erdgas und Rohöl) ein Comeback, das wohl auch 2019 seine Fortsetzung finden wird.  Wir glauben, dass 2019 als Prüfstand dienen wird – dieses Jahr wird zeigen, welche Hedgefonds-Manager ihre Strategien erfolgreich anpassen können, um in diesem neuen, volatileren Umfeld weiter Erfolge zu feiern.

Asset Owner in Lateinamerika mit grenzüberschreitender Diversifizierung

Wir sind der Auffassung, dass nach mehreren Jahren stetigen Wachstums grenzüberschreitende Allokationen durch lateinamerikanische Pensionskassen und offizielle Stellen noch weiter zunehmen werden.  Vor allem brasilianische Pensionskassen bemühen sich aktiv um die Erschließung neuer Investitionsgelegenheiten, um eine Diversifizierung ihrer Anlagestrategien jenseits heimischer Anlagen zu erreichen.

Darüber hinaus glauben wir, dass Versicherungsgesellschaften ihre Renditejagd in Lateinamerika fortsetzen werden, allen voran getrieben durch Transaktionen globaler Marktteilnehmer.  Wir sehen dieses Wachstum in Zusammenhang mit einer Marktkonsolidierung, der Disintermediation durch alternative Kanäle und der ständigen Herausforderung, schärferen regulatorischen Rahmenbedingungen auf lokaler Ebene gerecht zu werden.

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