Cookie-Bestimmungen

Unsere Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website und durch Ihre Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu Cookie-Bestimmungen.

Article (17/54)
Den Weg für eine neue Ära der Innovation ebnen
Den Weg für eine neue Ära der Innovation ebnen
Zurück

Den Weg für eine neue Ära der Innovation ebnen

21/02/2018

Paud O’Keeffe

Paud O’Keeffe

Head of Client Digital Experience

BNP Paribas Securities Services

View profile

Die Welt verändert sich und dementsprechend müssen sich auch die Banken ändern, wenn sie ihren Marktanteil und ihre Marktdominanz bewahren möchten

Politische und regulatorische Schwankungen sowie technologische Neuerungen zwingen Dienstleister dazu, ihren Ansatz für die Kundenbetreuung zu überdenken. Zudem werden Beta-Tests innovativer Technologien aufgrund von Veränderungen in der Kundendemographie eingeläutet, in der eine aus jungen Millennials bestehende Arbeitnehmerschaft zunehmend die Zügel der Entscheidung in der Hand hält. Millennials sind in technologischer Hinsicht äußerst versiert. Dies zwingt Dienstleister zu Anpassungen, um digitalisierte Dienstleistungen in Echtzeit erbringen zu können, die sich von selbst verstehen. BNP Paribas Securities Services hat erkannt, dass diese Trends ein Vorbote umfangreicher Branchenveränderungen sein würden. Daher richtete die Bank im Jahr 2016 Teams ein, um eine Vorreiterrolle im digitalen Wandel einzunehmen.

Co-Creation und was dies bedeutet

Die Produktinnovation und -entwicklung ist einer Veränderung unterworfen und Teams für den digitalen Wandel nehmen hierbei eine führende Stellung ein. In der Vergangenheit haben eine Reihe von Dienstleistern den Fehler begangen, im Hinblick auf die Produktgestaltung und Produktentstehung eine Bunkermentalität einzunehmen, die bislang dazu führte, dass Kunden Dienstleistungen angeboten wurden, die nicht komplett auf die Kundenanforderungen abgestimmt waren, oder die für das Kundenziel kaum relevant waren. BNP Paribas Securities Services drängt mit ihrer Co-Creation-Initiative nach vorne, ein System, dass Kunden aktiv dazu ermutigt und einlädt, Seite an Seite mit den Abteilungen der Bank für den digitalen Wandel von Anfang bis Ende an der Entwicklung neuer Produkt-Suites mitzuwirken.

Eine solch umfassende Zusammenarbeit ermöglicht BNP Paribas Securities Services mehr über die zentralen Geschäftsprozesse ihrer Kunden zu lernen, sodass die Bank Lösungen erstellen kann, die mehr auf die Kundenanforderungen zugeschnitten sind. Die Co-Creation findet in Phasen statt, angefangen bei der Forschungskomponente, bei der sich BNP Paribas Securities Services im Rahmen von Workshop- und Brainstorming-Veranstaltungen mit einem breit gefächerten Kundenkreis austauscht, um Schmerzpunkte zu ermitteln, welche die jeweiligen Betriebsabläufe stören. Sobald diese Probleme aufgedeckt worden sind, werden von BNP Paribas Securities Services und ihren Kunden Hypothesen aufgestellt und Möglichkeiten für die Lösung dieser Probleme besprochen.

Bevor die Co-Creation von der Ideenphase zur Forschungs- und Prototypenphase übergehen kann, muss gemeinsam eine Übereinkunft erreicht worden sein. Dienstleister dürfen auch nicht davor zurückschrecken, ein Konzept zurückzuziehen, falls dieses nicht die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Hierbei ist es allerdings entscheidend, dass die Kunden umfassend über die Gründe für den Abbruch von Projekten informiert werden. Aus der Sicht einer Bank müssen alle Ideen kommerziell lohnenswert sein, und damit dies möglich ist, ist die breite Zustimmung der Kunden erforderlich. Anders gesagt, ein sehr spezielles Problem in Bezug auf einen einzelnen Kunden oder eine kleine Minderheit von Kunden würde im Allgemeinen keine Grundlage für einen potentiellen Prototypen bilden.

Es ist zudem essenziell, dass aussichtsreiche Entwicklungen aus technologischer und regulatorischer Hinsicht durchführbar sind. Wenn diese Qualifikationsbedingungen erfüllt und die Anfangsphasen abgeschlossen worden sind, werden die Lösungen an einer Testgruppe von Kunden pilotiert, um sicherzustellen, dass die Lösungen funktionieren und das betreffende Ausgangsproblem beheben. Sobald die Anwendbarkeit des Produkts validiert worden ist, wird das Produkt einer größeren Zielgruppe zugänglich gemacht. Die entwickelten Co-Creation- und finalen Lösungen, die hieraus entstanden sind, wurden bislang von den Kunden begeistert aufgenommen.

Die Investitionsdienstleistungen von BNP Paribas für alternative Kunden, die sich derzeit in der Pilotphase der Entwicklung befinden, sind ein Beispiel hierfür. Die Anwendung, auf die per PC, per Tablet und mobil zugegriffen werden kann, gibt käuferseitigen Kunden in Echtzeit wichtige Informationen, Daten und Erkenntnisse über ihre alternativen Investitionen an die Hand. Die Lösung, die im Zuge eines Co-Creation-Projekts unter Ausschöpfung der Prozesse für das Design-Thinking und für die einfache Inbetriebnahme des mit dem digitalen Wandel betrauten Bankteams von Anfang an gemeinsam mit den Kunden gestaltet wurde, schafft ein modernes, sicheres, digitales Ökosystem, das Kunden die erforderlichen Informationen konsumgerecht zur Verfügung stellt.

Zusätzlich zu Co-Creation-Initiativen mit Kunden, arbeitet BNP Paribas Securities Services auch partnerschaftlich mit Fintech- und Regtechfirmen an der Verbesserung der Kundenerfahrung. Ein bekanntes Beispiel hierfür aus jüngerer Zeit ist die Zusammenarbeit der Bank mit Fortia Financial Solutions, ein Softwareunternehmen, das auf künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen und eine Überwachung von Geschäftsprozessen zurückgreift, um dazu beizutragen, dass Fonds ihre ansteigenden Compliance- und Datenverwaltungspflichten erfüllen. Durch häufige Kundengespräche realisierte BNP Paribas Securities Services, dass eine Reihe von Firmen Schwierigkeiten mit der effektiven Überwachung ihrer Fonds-Compliance gemäß lokaler und internationaler Vorschriften hatten.

BNP Paribas Securities Services wurde Fortia im Jahr 2016 durch L’Atelier BNP Paribas im Rahmen des „Fintech & Corporate Accelerator“-Programms vorgestellt. Es wurden schnell Synergien erkannt und die Bank erwarb ein Aktienpaket an Fortia, das eine Investment-Compliance-Plattform entwickelt hatte, die Asset Manager und Asset Owner dabei unterstützt, Sorge dafür zu tragen, dass die richtigen Kontrollen für eine systematische und effiziente Überwachung der Fonds-Compliance mit weltweiten Vorschriften gewährleistet sind.

Das Aktienpaket von BNP Paribas wird Fortia nicht nur die Erweiterung und Weiterentwicklung seines Angebots ermöglichen, die Technologie wird auch im Verwahrstellengeschäft der Bank zum Einsatz kommen, um Fondsmanager dabei zu unterstützen, die Kontrollen und Betriebseffizienz zu verbessern und, um den Zugriff auf fortschrittliche Daten und Analysen sowie Szenariosimulationsanwendungen zu ermöglichen. Dies ist nur eine Initiative und die Bank ist derzeit an einer Reihe von Co-Creation- und Partnerschaftsprojekten beteiligt, die allesamt durch die Schaffung unternehmensweiter Endanwender-Effizienz zu einer verbesserten, zukunftsfähigen Kundenerfahrung beitragen. 

Eine neue Denkweise ermöglichen

Wenn Co-Creation-Maßnahmen und technologische Innovationen in Banken erfolgreich sein sollen, ist eine drastische Änderung der Firmenkulturen erforderlich. Nachdem Fintechs jahrelang als potentielle Usurpatoren verachtet wurden, arbeiten Banken jetzt vor allem mit diesen Dienstleistern zusammen, da sie als ergänzende Akteure zum Erreichen der Kernziele von Banken erachtet werden. Das Wissen, die Fachkompetenz und die Bilanzstärke wie auch die Kundenbasis von Großbanken in Kombination mit der Agilität und Geschwindigkeit von Fintechs hat sich als äußerst kompatibel erwiesen – und diese Zusammenarbeit wird aller Voraussicht nach fortgesetzt werden und für Kunden weitere Vorteile mit sich bringen.

Dessen ungeachtet müssen Banken Reformen durchführen, wenn sie Innovationen aktiv unterstützen möchten. Festgefahrene Mechanismen sind eine Misere, von der nahezu jede größere Organisation betroffen ist. Die Angst vor Fehlern ist jedoch gleichermaßen ein besonders sensibles Thema für Banken, wenn man bedenkt, dass sie das vergangene Jahrzehnt damit zugebracht haben, das Risiko für ihre geschäftlichen Operationen und Tätigkeiten zu senken. Innovationen im Bankenwesen sind ein Prozess, der in einem Umfeld mit sorgfältigem Risikomanagement durchgeführt werden muss. C-Level-Kräfte müssen allerdings auch akzeptieren, dass manche Ideen fehlschlagen oder von Beginn an nicht über das Reißbrett hinauskommen.

Die Akzeptanz gelegentlicher Fehlschläge ist eine Geisteshaltung, die große Tech-Unternehmen wie Google, Apple, Facebook und Amazon (GAFA) verinnerlicht haben, um große Fortschritte machen zu können, ohne Schuldzuweisungen befürchten zum müssen, wenn Dinge schief gehen. Während bspw. Google Glass weder im Hinblick auf das Kritikerurteil noch in kommerzieller Hinsicht ein Erfolg war, hat das Unternehmen eine ausreichend große Anzahl von Produkten veröffentlicht, mit denen das öffentliche Vorstellungsvermögen gewonnen werden konnte. Dies trug dazu bei, das Unternehmen in Bezug auf die Marktkapitalisierung in einen der weltweit größten Konzerne zu verwandeln. Es ist erforderlich, dass Banken dieses Mantra im Zuge der zukünftigen Weiterentwicklung anwenden, wenn Sie Unterbrechungen vermeiden und Kunden halten möchten.

Folgen Sie uns