Cookie-Bestimmungen

Unsere Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website und durch Ihre Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu Cookie-Bestimmungen.

Vorheriger Artikel (52/57)
Betriebliche Altersvorsorge in Großbritannien: Marktliberalsierung für beitragsorientierte Pläne
Betriebliche Altersvorsorge in Großbritannien: Marktliberalsierung für beitragsorientierte Pläne
Back

Betriebliche Altersvorsorge in Großbritannien: Marktliberalsierung für beitragsorientierte Pläne

13/02/2015

Kommt es 2015 zum „Big Bang“?

In jedem Land haben sich aufgrund historischer Entwicklungen, kultureller Gegebenheiten, der Bevölkerungsentwicklung und der nationalen Arbeits- und Sozialgesetzgebung jeweils unterschiedliche Altersversorgungssysteme mit eigenen Merkmalen entwickelt.

Die Altersversorgungssysteme verschiedener Länder teilen unter Umständen einige Merkmale, und politische Entscheidungsträger schauen in Fragen der besten Vorgehensweise auch gerne über die eigenen Landesgrenzen. Im Grunde genommen sind die einzelnen nationalen Systeme jedoch sehr unterschiedlich und keines konnte bisher eine umfassende Lösung der sich stellenden Probleme bieten.

Im März 2014 kündigte die britische Regierung eine völlig überraschende und nicht umstrittene Liberalisierung des britischen Marktes für Altersversorgungsprodukte an. Ab April 2015 müssen die Vermögen beitragsorientierter Pensionspläne (d. h. die angesparten Anwartschaften) nicht mehr auf den Kauf einer Leibrente verwendet werden. Stattdessen kann jeder für sich entscheiden, wie das Geld am besten einzusetzen ist (für den Konsum, den Kauf einer Leibrente, die weitere Anlage in einem Produkt der eigenen Wahl oder eine Kombination all dessen).

Noch weiß niemand die Reaktionen hierauf und die ab April 2015 vorgenommenen Entscheidungen abzuschätzen. Unseres Erachtens werden sich vor allem zwei Faktoren auswirken:

• Der Umfang der Anwartschaften eines jeden Rentensparers (je größer die Anwartschaften, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass der jeweilige Rentensparer weiter investiert, während gleichzeitig Einkommensströme bezogen werden – dies war zumindest die in Australien gemachte Erfahrung).
• Die verfügbare Beratung für Versorgungsanwärter vor Erreichen des Rentenalters. Die britische Regierung arbeitet derzeit an Empfehlungen, die ab April 2015 zur Verfügung stehen sollen. (Noch weiß niemand, wie diese sogenannte „Guidance Guarantee“ aussehen soll.)

Wie reagiert die Vermögensverwaltungsbranche hierauf? Sie konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Produkte für den britischen Markt, mit denen sich Anwartschaften in Anspruch nehmen lassen. Dazu werden auch flexible Lebenszyklusfonds (Target Date Funds) gehören, die letztlich auch eine Umwandlung in eine Leibrente („Annuitization “) beinhalten könnten.

Arbeitgeber sind wiederum besorgt, dass die Arbeitnehmer infolge unangemessener Beratung ihre Anwartschaften einfach abziehen werden. Einige Arbeitgeber würden ihren Arbeitnehmern gerne Zugang zu Produkten mit Einkommensströmen verschaffen. Allerdings verfügen die Arbeitgeber im Allgemeinen noch nicht über die für ein solches Angebot erforderliche Infrastruktur oder die dafür notwendigen Systeme.

Andere Länder werden unterdessen diese Entwicklungen sicherlich gespannt und vielleicht auch mit einer gewissen Sorge verfolgen.

Folgen Sie uns