Cookie-Bestimmungen

Unsere Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Website und durch Ihre Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen stimmen Sie dem Gebrauch von Cookies zu Cookie-Bestimmungen.

Vorheriger Artikel (8/85)
Solvency II: Saubere Assetdaten im Vorfeld des Branchenwandels
Solvency II: Saubere Assetdaten im Vorfeld des Branchenwandels
Zurück

Solvency II: Saubere Assetdaten im Vorfeld des Branchenwandels

07/06/2017

Author : Felix Schachter, UK Insurance Coverage at BNP Paribas Securities Services

Solvency II hat als Aufsichtsgesetz begonnen - dazu bestimmt, das Risikomanagement zu verbessern und Versicherern ein tieferes Verständnis ihres Geschäfts zu bringen, damit sie ihrerseits wiederum dieses Verständnis auch mit den Regulierern teilen können. Das war im Wesentlichen die Situation, wie sie sich in Großbritannien bis Ende 2015 darstellte

img_bp2s_felix-schachter_2017_06_07.jpg

Solvency II hat als Aufsichtsgesetz begonnen – dazu bestimmt, das Risikomanagement zu verbessern und Versicherern ein tieferes Verständnis ihres Geschäfts zu bringen, damit sie ihrerseits wiederum dieses Verständnis auch mit den Regulierern teilen können. Das war im Wesentlichen die Situation, wie sie sich in Großbritannien bis Ende 2015 darstellte.

In Wirklichkeit aber hatte die Richtlinie weitaus fundamentalere Auswirkungen, fungierte sie bei den Versicherern doch als Katalysator für die Generierung saubererer Assetdaten – sowohl bezogen auf die Richtigkeit als auch in puncto Beschaffenheit. Die Daten sind dadurch nicht mehr nur ein Mittel zur Risiko-, Geschäfts- und Exposurebewertung, sondern potenziell verwertbar geworden.

Die große Frage ist nun: Wie geht es weiter? Welche Tools werden benötigt, um diese Unmengen von Daten zu standardisieren?

Erste Antworten auf diese Frage zeichnen sich bereits ab und gehen vor allem in zwei Richtungen: Zum einen lässt sich gegenwärtig eine Verlagerung von der „passiven“ Datenanwendung (z.B. Pflichtberichterstattung) hin zu einer „aktiveren“ Nutzung der Daten beobachten – die Verwendung von Daten zur Solvenzkapitalanforderung, um einen Ausschreibungszuschlag zu erhalten, ist ein gutes Beispiel dafür.

Zum anderen besteht ein neues Interesse daran, die angereicherten Daten zur Erstellung von Visualisierungstools für das Risikomanagement zu verwenden. Versicherer suchen intern und zunehmend auch extern nach Lösungen zur Erreichung dieses Ziels. Unternehmen wie Custodians und FinTechs nutzen dabei hochmoderne Technologie, um für Risikodaten beispiellose Einblicke dank ausgefeiltester Analysen zu liefern.

Diese Verlagerung hin zu einer aktiven Datennutzung eröffnet Asset Ownern und Asset Managern gleichermaßen viele mögliche Vorteile – alle mit dem Potenzial, das Geschäftswachstum zu unterstützen, zu einer besseren Risikosteuerung beizutragen, Stakeholder zu informieren und natürlich auch die regulatorische Berichterstattung zu erleichtern.

Es gibt viele konkrete Beispiele dafür, wie saubere, angereicherte Daten Versicherern ein besseres Verständnis ihrer Risikoattribution vermitteln können sowie darüber hinaus eine konsolidiertere und granularere Datenvisualisierung und Asset-Management-Aufsicht ermöglichen.

Mit kohärenten und zugreifbaren Daten werden Versicherer und Asset Manager für ihre Suche nach Rendite besser gerüstet sein. Außerdem lassen sich Klumpenrisiken und Chancen leichter erkennen, was wiederum eine intelligentere Kapitalverwendung ermöglicht.

Inwieweit der Wertgewinnungsprozess gelingt, hängt vor allem von zwei wesentlichen Aspekten ab: einerseits der Fähigkeit, die Daten korrekt und wirksam zu reinigen, und andererseits dem Verständnis Ihrer Organisation für die potenziellen Anwendungsmöglichkeiten der Daten.

Der Weg dorthin ist jedoch schwierig. Der erste Aspekt ist dabei offensichtlich, der zweite entscheidend.

Die Sensibilisierung Ihrer Organisation dahingehend, dass Solvency II nicht auf Reporting- und Regulierungsanforderungen beschränkt ist, bildet den Schlüssel zur Wertmaximierung. Dies ist besonders wichtig in der wirtschaftlichen Realität von heute, in der die Versicherer mit Niedrigzinsen zu kämpfen haben und deshalb nach Rendite in Bereichen suchen müssen, die sie früher gemieden haben.

 

Was ist also zu tun?

 

1.Stellen Sie sicher, dass die Datenreinigung durch ein namhaftes Unternehmen erfolgt, das über die nötige Erfahrung und vor allem über ein tiefes Verständnis der Solvency-II-Richtlinie verfügt.

2. Informieren Sie Ihre Organisation über potenzielle Vorteile. Dies erfolgt in der Regel „top-down“und erfordert C-Level-Support.

3. Verbinden Sie Ihre Strategie mit potenziellen Datenanwendungen und überprüfen Sie, wo die Daten zu verschiedenen Strategieelementen passen.

4. Denken Sie an die kommerziellen Vorteile. Bis zum 1. Januar 2016 ging es bei Solvency II um die Berichterstattung. Jetzt verschiebt sich der Schwerpunkt von der Regulierung zu kommerziellen Anwendungen.

5. Lehren Sie Ihre Organisation, Daten unterschiedlich zu betrachten. Zum Beispiel:

a. Können wir unsere Daten nutzen, um unsere konzernweite Solvenzquote zu erhöhen?

b. Können wir mittels Daten passgenaue Fondslösungen für Versicherer kreieren, anstatt der Standardpakete, die die Kundenbedürfnisse vielleicht nicht optimal erfüllen?

c. Verfügen wir als Versicherer über die richtigen Asset Manager zur Verwaltung unserer Anlagen? Wie beurteilen wir ihre Anlageentscheidungen?

d. Wie verkürzen wir unsere Reaktionszeit auf Marktereignisse, die den Wert unserer Anlageportfolios und folglich die Anlageergebnisse beeinflussen?

Im Zuge der weiteren Branchenentwicklung gewinnen Assetdaten immer mehr an Bedeutung. Fügen wir noch die verwertbaren und visuellen Datenelemente sowie andere FinTech-Trends hinzu, dann ergibt sich ein Software-Hardware-Komplex, der nicht nur die operative Wertschöpfungskette und ganze Betriebsmodelle, sondern auch das Wettbewerbsumfeld maßgeblich beeinflussen wird.

All dies befindet sich gegenwärtig noch in der Entwicklung, hat aber enormes zukünftiges Revolutionierungspotenzial.

 

Laden Sie den kompletten Artikel hier herunter:

img_bp2s_solvency-ii_-cover_2017-06-07.jpg

 

Folgen Sie uns