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Die Herausforderung annehmen

22/06/2017

Ansatzpunkte für MiFID II und PRIIPs

Kaum jemand wird bestreiten, dass Anleger eindeutige und vergleichbare Informationen zu den Produkten erhalten sollten, in die sie ihr Geld investieren. Auf der anderen Seite ist es aber auch verständlich, wenn sich Asset Manager überwältigt zeigen von der Herausforderung (oder besser „den Herausforderungen“ angesichts der unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Regulierungsinitiativen), diese Informationen entsprechend den verschiedenen europäischen Richtlinien und Verordnungen bereitzustellen.

Kaum haben sich Fondsmanager daran gewöhnt, für ihre OGAW-Produkte wesentliche Anlegerinformationen (KIIDs) zu veröffentlichen, müssen sie sich nun auch noch um Basisinformationsblätter (KIDs) für sogenannte verpackte Anlageprodukte für Kleinanleger und Versicherungsanlageprodukte (Packed Retail and Insurance-based Investment Products, PRIIPs) kümmern.

 

PRIIPs: eine neu gemasterte Version der
OGAW IV Richtlinie

 

Die PRIIPs-Verordnung erweitert nicht nur den Kreis der von den Offenlegungsstandards erfassten Produkte (z.B. Lebensversicherungen und strukturierte Bankeinlagen), sie sieht in Bezug auf einige Aspekte dieser Standards auch wesentliche Änderungen gegenüber den OGAW-KIIDs vor. Asset Manager sind angehalten zu prüfen, welche ihrer Produkte, die sie an Kleinanleger vertreiben, die neuen Informationsdokumente benötigen. Zudem müssen sie neu überlegen, wie die Informationen erfasst und berechnet werden, um sie dann in einer neuen Vorlage nach PRIIPs präsentieren zu können.

Die neuen Anforderungen werden die meisten Asset Manager mehr oder weniger stark betreffen, da PRIIPs fast alle Fonds abdecken soll, die nicht bereits von der OGAW-Richtlinie erfasst werden – darunter auch Private-Equity- und Immobilienfonds.

 

Anwendungsbereich von MiFID II

 

Ferner müssen die Hersteller von Fondsprodukten der Finanzmarktrichtlinie MiFID II Rechnung tragen, die ebenfalls Anfang 2018 in Kraft tritt. Die neue Richtlinie verlangt, dass Vertriebsträger, die private oder institutionelle Anleger beim Kauf von Fondsanteilen beraten, von den Fondsmanagern mit entsprechenden Produktinformationsblättern ausgestattet werden.

Bis Januar 2018 müssen Fondsmanager gemäß MiFID II und PRIIPs weitere Produktinformationen zur Verfügung stellen, um es Anlegern zu ermöglichen, Risiken, Performance und Kosten besser zu verstehen. Außerdem soll damit die Vergleichbarkeit von Anlageprodukten gefördert werden.

In den Bereichen Risiko und Wertentwicklung stehen die PRIIPs-Vorschriften den weniger bindenden MiFID-II-Anforderungen gegenüber. Hinsichtlich der Kosten und Nebenkosten sind unter MiFID II erweiterte Informationen vorgesehen.  Glücklicherweise werden Fondsmanager bei MiFID II und PRIIPs nicht mit unterschiedlichen Kostendefinitionen Definitionen konfrontiert werden, wie im letzten Q&A von ESMA bezüglich MiFID II-Vorschriften im Juni veröffentlicht wurde.

Grundsätzlich sollte die größere Transparenz zu mehr Wettbewerb führen. Auch dürfte sich das Spektrum der verfügbaren Produkte ändern; dies deshalb, weil sich Fondsmanager darauf konzentrieren werden, Produkte zu entwickeln, die sich bei aller standardisierten Darstellung und einheitlichen Formulierung der Indikatoren von der Masse abheben können.

 

Welche Herausforderungen gibt es?

 

Für Fondsmanager, die die neuen Basisinformationsblätter zusammenstellen, wird im Vergleich zu den OGAW-KIIDs die größte Herausforderung in der Ermittlung (und regelmäßigen Überprüfung) von Performanceszenarien sowie eines Gesamtrisiko- und Kostenindikators bestehen. Während bei nicht strukturierten OGAWs der KIID-Gesamtrisikoindikator (historische Volatilität) und die Performanceszenarien die Vergangenheit widerspiegeln, sollen die entsprechenden KID-Informationen Aussagen liefern, die in die Zukunft gerichtet sind. Das Risikomaß setzt sich dabei aus einer Value-at-Risk-äquivalenten Volatilität des Fonds und dem Kreditrisiko der zugrunde liegenden Vermögenswerte zusammen. Des Weiteren muss die prognostizierte Wertentwicklung im Rahmen von vier Zukunftsszenarien (günstig, moderat, ungünstig und Stress) veröffentlicht werden.

Auch in puncto Kostenoffenlegungspflichten wird für die OGAW-KIIDs und die PRIIP-KIDs ein unterschiedlicher Ansatz verfolgt. In einem KIID können die wiederkehrenden Kosten auf den Kosten und Nebenkosten des Vorjahresjahres basieren; außerdem enthalten sie keine Transaktionskosten. Der Kostenindikator in einem KID hingegen weist für die Haltedauer eine reduzierte Rendite aus. Der Anleger kann daraus ersehen, wie stark die verschiedenen Kosten des Produkts an der potenziellen Performance zehren können.

Theoretisch können OGAW-Fonds bis zum Jahr 2020, wenn sie der PRIIP-Verordnung entsprechen müssen, weiter nur KIIDs veröffentlichen. Praktisch werden sie zusätzliche Informationen vorlegen müssen – beispielsweise zu den Transaktionskosten, wie sie MiFID II fordert. Wenn OGAWs als Anlageoption multioptionaler Versicherungsprodukte verkauft werden, müssen sie je nach Entscheidung des Versicherers diesem entweder die Transaktionskosten mitteilen oder ein vollständig konformes PRIIP-KID liefern.

Die Erfassung und die Verwaltung all dieser Informationen wird für Fondsmanager von entscheidender Bedeutung sein, wobei ein Großteil davon vom Backoffice übernommen werden kann. BNP Paribas Securities Services kann Asset Manager bei der Erfüllung ihrer Informationspflichten gemäß PRIIPs und MiFID II kompetent unterstützen. Unser Leitfaden mit Informationen rund um den Zeitplan und die Anforderungen der beiden Verordnungen bildet dabei nur den Anfang.

 

Bitte klicken Sie hier, um den Leitfaden herunterzuladen (in Englisch).

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