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Intelligente Ausfallsicherung beim Netzwerk-Management: Vermeidung eines Notfallplans
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Intelligente Ausfallsicherung beim Netzwerk-Management: Vermeidung eines Notfallplans

23/06/2015

Author : Dominique Ansiaux, Global Head of Network Management at BNP Paribas Securities Services

Was ist der tatsächliche Nutzen eines Notfall-Netzwerkes? Wie man Vermögenswerte von Kunden gegen unerwünschte Ereignisse sichert.

img_bp2s_dominique-ansiaux_2017-03-27.jpgDie Absicherung von Vermögenswerten gegenüber unerwünschten Ereignissen ist heutzutage eine wesentliche Anforderung seitens Kunden und Regulierungsbehörden. Neue Regelungen, wie zum Beispiel die AIFM-Richtlinie (Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds), OGAW V (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere) und die Empfehlungen der IOSCO (Internationale Organisation der Wertpapieraufsichtsbehörden), machen es Depotbanken zur Auflage, ihr bestehendes Netz von Korrespondenzbanken gegen Ausfälle zu sichern.

Wir haben beschlossen, neben der Einhaltung der Regeln zusätzlich in jedem Markt außerhalb unseres in 26 Märkten bestehenden lokalen Verwahrstellen-Netzwerks einen aktiven sekundären Leistungserbringer zu etablieren.

 

Nicht nur ein Schatten-Netzwerk!

Unser vollentwickeltes Dualnetzwerk besteht in 76 Märkten und wird anhand von gesplitteten Live-Portfolios geführt. Die Portfolios unserer europäischen und asiatisch-pazifischen Kunden werden innerhalb unseres primären Netzwerks geführt. Dies blieb unverändert. Die Vermögenswerte unserer Neukunden aus den Vereinigten Staaten werden nun im Rahmen unseres sekundären Netzwerks geführt.

Parallel haben wir Sub-Custodian-Verträge (für die Unterverwahrung) zwischen unseren europäischen und asiatisch-pazifischen Depotbankniederlassungen und jedem sekundären Leistungserbringer eingerichtet. Im Falle eines Zahlungsverzuges oder einer Überlastung unserer unterverwahrenden Depotbanken setzen wir diese vertraglichen Beziehungen innerhalb kürzester Zeit in Kraft. Die Umstellung nimmt nicht mehr Zeit in Anspruch  als die Kontoeröffnung. Außerdem sind die operativen Teams bereits mit dem Serviceniveau und den operativen Verfahren unserer Leistungserbringer vertraut.

Zur Sicherheit verfügen wir in jedem Markt, in dem wir keine Niederlassung haben, über einen zusätzlichen aktiven Leistungserbringer (nicht nur über ein Schatten-Netzwerk).

Strenge Auswahlkriterien

Die Ernennung der sekundären Leistungserbringer basiert auf unserem intensiven Auswahlprozess (RFP/RFI) inklusive Überprüfung vor Ort in 54 Ländern mit 61 Märkten. Ihre Bewertung erfolgt nach unseren 5C-Auswahlkriterien. Aufgrund dieser hohen Standards  waren wir aber in einigen wenigen Märkten bisher nicht in der Lage, einen sekundären Leistungserbringer zu ernennen.

Diese Maßnahme ermöglicht es uns, schnell zu handeln, sollten unsere primären Leistungserbringer Insolvenz anmelden oder  ihren Aufgaben als lokale Depotbank nicht länger nachgehen  und die Vermögenswerte unserer Kunden nicht länger in Sicherheit bringen können.

Darüber hinaus wird unser aktives Dualnetzwerk die Möglichkeiten zur Risikostreuung verbessern und die Qualität unseres Netzwerks steigern.

Demnach bietet unser Dualnetzwerk unseren Kunden drei wichtige Vorteile:

 

  1. Mehr Sicherheit

Unser Hauptanliegen ist der Schutz der Vermögenswerte unserer Kunden vor unerwünschten Ereignissen. Wir unterscheiden fünf Kategorien möglicher unerwünschter Ereignisse: Insolvenz, höhere Gewalt, abschlägige Bescheide von Behörden und operative Fehler.
Unser aktives Dualnetzwerk  gewährleistet permanenten Schutz der Vermögenswerte unserer Kunden und kontinuierliche Dienstleistungen im Falle einer möglichen Insolvenz oder eines abschlägigen Bescheids durch eine Regulierungs- bzw. lokale Behörde in Bezug auf unsere lokalen Depotbanken.

 

  1. Stärkere Risikostreuung

Dies stellte eine gute Möglichkeit dar,  neue Partnerschaften mit internationalen und regionalen Depotbanken einzugehen, welche durch ihre lokalen Netzinfrastrukturen (in Asien, Afrika, im Nahen Osten sowie in Mittel- und Osteuropa) Aufsicht bieten.

 

  1. Höhere Qualität unseres Netzwerks

 

Wir werden künftig in der Lage sein, dauerhaft und fast in Echtzeit die Leistungserbringung, Gebühren und Marktinformationen beider Leistungserbringer zu vergleichen. Zum Beispiel konnten wir durch die Ernennung einer sekundären übermittelnden Bank in einem der Märkte bis zu 15 % gegenüber unserem etablierten Leistungserbringer einsparen. Durch diesen Prozess fordern wir unsere bestehenden Sub-Custodians sowohl in Bezug auf ihre regionale Aufstellung als auch auf ihre Leistungserbringung heraus.

Ein vollentwickeltes Dualnetzwerk wird anhand von gesplitteten Live-Portfolios geführt. Unsere länderübergreifende Buchungsstruktur erleichtert diesen Ansatz. Die Portfolios unserer europäischen und asiatisch-pazifischen Kunden werden im Rahmen unseres primären Netzwerks geführt. Dies ist unverändert geblieben. Die Vermögenswerte neuer Kunden aus den Vereinigten Staaten, die die Plattform lokaler Depotbanken verwenden, werden nun im Rahmen unseres sekundären Netzwerks geführt, außer in Märkten, in denen wir durch unser Depotbank-Franchisesystem vertreten werden.

Parallel haben wir Sub-Custodian-Verträge (für die Unterverwahrung) zwischen unseren europäischen und asiatisch-pazifischen Depotbankniederlassungen und jedem sekundären Leistungserbringer erstellt. Im Falle eines Zahlungsverzuges oder einer Überlastung unserer primären Depotbanken setzen wir diese vertraglichen Beziehungen innerhalb kürzester Zeit in Kraft. Die Umstellung nimmt nicht mehr Zeit in Anspruch  als  die Kontoeröffnung. Außerdem sind die operativen Teams bereits mit dem Serviceniveau und den operativen Verfahren unserer sekundären Leistungserbringer vertraut.

Darüber hinaus bietet die Interoperabilität zwischen unseren verschiedenen Global-Custody-Plattformen eine taktische Lösung für den Fall, dass Krisenmanagement nötig wird.

 

 

Fallstudie: Argentinienkrise – ein echter Testfall

Die Aussetzung der Zulassung für eine Depotbank in Argentinien Anfang des Jahres wurde zu einem Testfall für einen abschlägigen Bescheid durch eine lokale Regulierungsbehörde. Die Depotbank war nicht länger in der Lage, ihre vertraglichen Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden zu erfüllen. Sie verlor die Kontrolle über Abfindungs- und Dividendenzahlungen, weshalb die Kunden versuchten, ihre Anteile auf andere Kreditinstitute zu übertragen.

Ein schneller Wechsel erwies sich für Kunden aus dem Ausland als schwierig, da der Prozess länger und komplizierter war als für Kunden aus dem Inland. Die lokalen Depotbanken waren zurückhaltend und zögerten, unter diesen Umständen neue Kunden aus dem Ausland anzunehmen. Kontinuierliche Dienstleistungen konnten allein durch die Existenz eines sekundären Leistungserbringers mit aktiven Kontonummern und die Interoperabilität zwischen mehreren Global-Custody-Plattformen gewährleistet werden.

Die argentinische Krise hat aufgezeigt, wie wichtig ein aktives Dualnetzwerk ist, welches sowohl die Auswahl und Einführung von rechtlichen Vereinbarungen als auch die Kontoeröffnung bei sekundären Leistungserbringern umfasst, sofern dies in den Märkten möglich ist. Nur so können die Vermögenswerte schnell übertragen werden.

 

 

 

Ein sekundäres Netzwerk

Eine der Herausforderungen neben den vertraglichen Vereinbarungen betrifft die Gebühren. Die Arbeit, die unsere laufende Überprüfung des sekundären Netzwerks verursacht, veranlasst die lokalen Depotbanken, zur Deckung ihrer Verwaltungskosten Gebühren oder Mindestsätze zu berechnen. Dennoch übersteigen die Gebühren für die Aufrechterhaltung eines aktiven sekundären Netzwerks nicht die Kosten, die durch den Verlust von Vermögenswerten oder Rechten in dem Falle entständen,  dass ein Leistungserbringer nicht länger in der Lage wäre, seinen Aufgaben innerhalb der Kette von Depotbanken nachzukommen.

Es gibt einige wenige Märkten, in denen wir bisher keine sekundären Leistungserbringer ernennen konnten. Die Hauptgründe hierfür sind:

  • keine alternative Depotbank verfügbar (z. B. Costa Rica, Ecuador, Swasiland oder Uruguay);
  • keine interne Risikobewilligung für die Zusammenarbeit mit alternativen Depotbanken in Märkten mit niedrigen Länderratings; oder
  • Anfälligkeit für Compliance-Verstöße.

Unser angestrebtes, vollständig aktives Dualnetzwerk stellt einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Mitbewerbern dar. Die Lösungen anderer wichtiger Marktteilnehmer beruhen auf:

  • einer ausschließlich theoretischen Identifizierung von Alternativen;
  • einem unvollständigen sekundären Netz, das sich auf einige ausgewählte, meist größere Märkte beschränkt; oder
  • ausschließlich auf Beziehungen mit Backup-Leistungserbringern (Schatten-Netzwerk).

 

Ein sicheres und effizientes Leistungsversprechen

Unser Leistungsversprechen bietet ein Netzwerk mit mehr Sicherheit und Effizienz und unterstützt die Kunden kontinuierlich dabei, ihre Anlagebedürfnisse zu erfüllen und ihre Geschäftsrisiken effektiver zu verwalten.

Unser Global Network Management besteht aus einem Team von 40 Experten, von denen 20 Network Relationship Manager in 4 regionalen Teams rund um den Globus für über 150 Sub-Custodian-Beziehungen (primäre und sekundäre Leistungserbringer) in mehr als 100 Märkten zuständig sind. Die Netzwerke umfassen unter anderem:

  • ein firmeneigenes Netzwerk, welches 26 Märkte umfasst;
  • ein Dualnetzwerk, welches 61 Märkte umfasst, sowie die beiden internationalen Zentralverwahrer (ICSDs – International Central Securities Depositaries);
  • ein einziges Leistungserbringernetzwerk, welches 11 Märkte umfasst.

 

Ein vollständig aktives Dualnetzwerk ist ein wichtiger Vorteil auf dem aktuellen Markt. Als Depotbank sind wir dafür verantwortlich, die Vermögenswerte unserer Kunden zu verwalten und Risiken zu minimieren; daher ist ein Notfallnetzwerk im Falle einer Krise unverzichtbar – unabhängig von der Situation, die letztendlich eintritt.

 

Wenn Sie mehr über unser Notfallnetzwerk erfahren oder Unterstützung beim Aufbau Ihres eigenen Netzwerks erhalten wollen, rufen Sie bitte Ihre Kontaktperson bei der BNP Paribas an.

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