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Hoher Termindruck
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Hoher Termindruck

20/03/2015

Author : David Béatrix,Product Specialist, Market & Fund Services at BNP Paribas Securities Services

Neue Besicherungsvorschriften sorgen für zusätzliche Komplexität. Wir sehen uns an, wie die bevorstehenden Margin-Anforderungen für ungeclearte OTC-Derivate zu EMIR und anderen Vorschriften passen.

img_bp2s_david_beatrix_2017-03-27.jpgMan könnte es Compliance Officern und Betriebsleitern derzeit kaum verübeln, wenn sie sich aufgrund von überhöhtem Termindruck krankschreiben ließen. An den Derivatemärkten war die Pflichtberichterstattung im Februar 2014 kaum angelaufen, als die EU-Firmen sich über das Clearing von OTC-Derivaten hinaus auch schon den Kopf über die Besicherung ihrer ungeclearten Geschäfte zerbrechen mussten. 

Mit jeder weiteren regulatorischen Frist wird die Gewährleistung der Einhaltung aller Vorschriften komplexer. Am deutlichsten zeigt sich dies bei der Besicherung, wo die jüngste Herausforderung sich in Form von äußerst komplizierten Anforderungen für ungeclearte Derivate stellt.

Die europäischen Aufsichtsbehörden* in der EU haben Dezember 2015 als Frist festgelegt, ab der die Unternehmen die – noch nicht einmal veröffentlichten – technischen Standards für ungeclearte Derivate einhalten müssen. Mit wenigen Ausnahmen zementieren diese Standards die Richtlinien, die vom Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) und dem Board of International Organisation of Securities Commission (IOSCO) im September 2013 veröffentlicht wurden.

In Kombination mit den laufenden Anforderungen im Rahmen von EMIR, die ein verpflichtendes Clearing bestimmter OTC-Derivate einführten, bringen die neuen Vorschriften erhebliche Komplikationen für alle Firmen mit sich, die mit nicht abrechnungsfähigen Derivaten zu tun haben. Für OGAW-Fonds, die sowohl den Richtlinien der ESMA für OGAW-Fonds und ETFs als auch den Vorschriften für OGAW und alternative Investmentfonds der AIFM-Richtlinie unterliegen, gestaltet sich die Situation noch undurchsichtiger.

Weiter verkompliziert wird die Compliance durch die Unterschiede im Aufsichtsrecht der EU im Vergleich zu den USA und Japan, durch die der Berg an regulatorischen Abweichungen und grenzübergreifenden Sorgen weiter wächst.

 

Zentrale Änderungen

Die jüngsten technischen Standards, die von den Aufsichtsbehörden veröffentlicht werden, sollen den Auftrag zum täglichen Austausch der Variation Margins beinhalten, einschließlich des Engagements in Zusammenhang mit Devisentermingeschäften und Swaps. Häufig schließen die Firmen diese aus dem Geltungsbereich ihrer Besicherungsverträge aus (Credit Support Annex oder gleichwertige Vereinbarung).

Zweitens wird mit den neuen Bestimmungen ein Risikoabschlag für Währungsinkongruenzen eingeführt, durch den sich der Markt je nach den zugrundeliegenden Transaktionswährungen auf Variation Margin Calls verlagern könnte.

Drittens müssten manche Firmen, deren Gesamtnennwert an ungeclearten OTC-Derivaten über einer bestimmten Schwelle liegt, vorgeschriebene Ersteinschüsse leisten, die bilateral auszutauschen und ohne Weiterverwendungsmöglichkeit abzutrennen wären. Unter anderem umfassen die Vorschriften Bestimmungen wie etwa die Margin-Berechnungsmethode, die Möglichkeit der Einrichtung einer Schwelle von 50 Millionen EUR für das Engagement in Ersteinschüssen auf Konzernebene und Eignungsvorschriften für Sicherheiten.

Für OGAW-Fonds, die Vorschriften bezüglich der Diversifikation ihrer Sicherheiten einhalten müssen und Sicherheiten nicht weiterverwenden dürfen (was zum Beispiel bedeutet, dass sie mit Wertpapieren keine Pensionsgeschäfte abschließen dürfen, um Barsicherheiten zu beschaffen), wird es möglicherweise noch mehr Hürden geben. Des Weiteren nimmt durch die AIFM-Richtlinie und OGAW V für Fonds und ihre Depotbanken die Zahl der erforderlichen Kontrolle weiter zu. Sie müssen sicherstellen, dass angemessene Systeme vorhanden sind, um bei einem Ausfall der Gegenpartei die fristgerechte Rückerstattung der Vermögenswerte in Einklang mit ihrem Übertragungssystem und den für jede Partei geltenden Vorschriften zu gewährleisten.

Wie können Firmen eine Compliance erfolgreich aushandeln, bevor die Frist abläuft? Wir nehmen die Herausforderungen einzeln unter die Lupe und zeigen, wie sie mit Unterstützung der Depotbanken und Clearingstellen gemeistert werden können (datei nur auf Englisch verfügbar).

deadline fatigue.jpg

*ESMA, EIOPA, EBA

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