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Der Daten-Goldrausch
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Der Daten-Goldrausch

05/12/2017

Florence Fontan

Florence Fontan

Head of Asset Owners

BNP Paribas Securities Services

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Wie aus Altersvorsorgeeinrichtungen Datenschürfer werden

Allgemein wird derzeit davon ausgegangen, dass in den letzten beiden Jahren mehr Daten erzeugt wurden, als in der gesamten Menschheitsgeschichte davor. Nach Schätzungen verdoppelt sich der Bestand an geschäftlichen Daten weltweit, alle Länder eingerechnet, alle 1,2 Jahre. Wir verfügen über mehr Möglichkeiten, Daten zu generieren und auch unsere Fähigkeit, die Daten zu verwenden und zu analysieren, ist besser geworden. Die Decodierung des menschlichen Genoms dauerte ursprünglich beispielsweise 10 Jahre. Heutzutage lässt sich das in einer Woche bewerkstelligen.

Die Anlagen und Passiva einer Altervorsorgeeinrichtung erzeugen hunderttausende Datenpunkte. Bisher war es äußerst schwierig für eine Altersvorsorgeeinrichtung, diese Daten wertschöpfend zu nutzen. Der Grund dafür waren Probleme bei der Speicherung und der Zugänglichkeit sowie einfach nicht genug Rechenleistung. Erfreulicherweise werden Daten durch technologische Fortschritte heutzutage an „Orten“ wie Lakes und Clouds gespeichert, und das macht ihre Abfrage durch die Anwender sehr viel einfacher.

Die Frage sollte allerdings nicht nur darin bestehen, wie wir all diese Daten speichern und verwalten können, sondern auch, wie wir sie wertschöpfend nutzen können.  Es existiert so etwas wie ein „Goldrausch“, um die verborgenen Schätze in Terabytes von Daten zu finden, und ein neuer Goldgräbertyp, der Datenwissenschaftler (Data Scientists) genannt wird. Als Reaktion darauf entwickeln Custodian und Verwalter von Drittparteien neue Dienstleistungen zur Nutzung der Daten, indem sie bisher nicht erkannte Signale ermitteln bzw. schaffen.

Die eigentliche Herausforderung – Datensammlung und -visualisierung

Es ist naheliegend, dass das wichtigste Ziel einer Altersvorsorgeeinrichtung (derzeitige und zukünftige Ruheständler zu bezahlen) wahrscheinlich eher erfüllt werden kann, wenn die Organisation Entscheidungen auf der Grundlage so vieler relevanter Informationen wie möglich treffen kann. Dennoch besteht eine der wichtigsten Herausforderungen für eine Altersvorsorgeeinrichtung in der Erfassung von Daten, hauptsächlich deswegen, weil die Daten aus unterschiedlichen Quellen stammen.

Um den vollständigen Überblick über ihre Anlagen und Passiva zu haben, müssen Altersvorsorgeeinrichtungen Daten in einem gängigen Format harmonisieren und dann bereinigen und sammeln. Dies ist eine komplexe und zeitaufwendige Aufgabe. Ein Custodian kann diese Daten sammeln und wenn er in die richtige Technologie investiert, kann er heutzutage eine Art „Super-Custodian“ werden, ähnlich wie ein Daten- oder Technologieunternehmen, indem er Daten von unterschiedlichen Verwaltern und mehreren Custodians sammelt und Kunden in nutzbaren und verarbeitbaren Paketen zur Verfügung stellt.

Investment Office – werden Sie zu einem Datenschürfer

Data as a Service (DaaS) ist ein relativ neues Konzept. Es kann institutionellen Anlegern wie Altersvorsorgeeinrichtungen dabei helfen, die Daten, die sie aus vielen unterschiedlichen Quellen erhalten, wertschöpfender zu nutzen.

Investment Office besteht aus verschiedenen „Datendiensten“, die BNP Paribas derzeit entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Ökosystem von Serviceleistungen, durch die ein institutioneller Anleger durch die Visualisierung und den interaktiven Umgang mit seinen Daten zu einem Datenforscher werden kann. Es kann alle Arten von Stakeholdern einbeziehen – CFO, CIO und die operative Belegschaft – und ihnen helfen, ihre täglichen Aufgaben zu erfüllen und die Rahmenziele der Organisation zu erreichen.

Wie funktioniert das?

Investment Office setzt „Big Data“-Technologie zur Integration unterschiedlicher Daten aus vorhandenen Dienstleistungen, wie Custody und Risiko-Controlling, und externe Daten wie Markt- und Kundendaten ein. Es verwendet sowohl strukturierte Daten, wie Buchhaltungs- und Leistungsdaten, als auch nicht strukturierte Daten, beispielsweise von sozialen Medien und News Feeds.

Dadurch ändert sich die klassische Benutzererfahrung beim Umgang mit einem Custodian. Sie wird interaktiv und lässt sich an Einzelpersonen anpassen. Benutzer werden auf kritische Aspekte aufmerksam gemacht, aber was noch wichtiger ist, sie bekommen die erforderlichen Tools an die Hand, mit denen sie ihre eigene Analyse, wie beispielsweise eine Was-Wäre-Wenn-Simulation, eine Allokationsanalyse für Vermögensanlagen, neue risikoangepasste Mittel zum Vergleich von Performance, Risiko, ESG und Kapitaldaten unter Einsatz neuer Analyseverfahren durchführen können. Vor der Auswahl eines neuen Managers kann die Lösung beispielsweise bewerten, wie die Anlagen dieses Managers den Fonds als Ganzes beeinflussen – Allokation von Vermögenswerten, ESG-Bewertungen, Risikoprofil usw.

Sammlung und Visualisierung von Daten sind dabei ein Schlüsselelement. Investment Office ermöglicht den Benutzern ebenfalls das Durchsuchen von Daten durch eine dedizierte Sandbox (ein benutzerspezifischer virtueller Raum, in dem Kunden mit ihren Daten experimentieren können), dynamische Datenvisualisierung, auf dem Client ausgeführte APIs und modernste Berichterstattung.

Zusammenfassung

DaaS gibt Altersvorsorgeeinrichtungen Zugriff auf ihre heterogenen Daten, stellt diese Daten in gängigen Formaten bereit und zeigt Verbindungen auf, die vorher nicht ohne Weiteres erkannt werden konnten. Dadurch können Altersvorsorgeeinrichtungen mehr Wert aus den Services schöpfen, die ihnen ihre Anbieter bereitstellen, und können bessere Investitionsentscheidungen treffen. Investment Office ist eine Datenvisualisierungs- und -schürflösung. Es wurde von BNP Paribas dazu entwickelt, den Asset Ownern dabei zu helfen, zu Datenschürfern zu werden.

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