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Analyse von Aktiv-Passiv-Positionen
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Analyse von Aktiv-Passiv-Positionen

23/03/2015

Author : Madhu Gayer, Director, Head of Investment Analytics, Asia at BNP Paribas

Der Trend bei Pensionskassen geht zu Liability-Driven-Investment (LDI)-Strategien. Madhu Gayer, Head of Investment Reporting & Performance, Asia Pacific, erläutert die Auswirkungen dieses Ansatzes für Risikomanagement und Investment-Reporting.

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Welche Aufgaben hat eine Pensionskasse? Diese Frage ist komplexer als es zunächst scheint. Dennoch könnte man sagen, dass die wichtigste Aufgabe einer Pensionskasse in dem heutigen Anlageumfeld darin besteht, für das ausreichende Vorhandensein von Mitteln zu sorgen, die den Rentnern ausgezahlt werden können.

Die Treuhänder und Mitarbeiter von Pensionskassen in aller Welt beschäftigen sich ununterbrochen mit der Frage, wie sie die Anlageziele ihrer Programme einhalten und gewährleisten können, dass die Mitglieder angemessene Zahlungen erhalten. Dazu müssen sie in der Lage sein, die Aktiva und Passiva, einschließlich aller Anlageklassen und Derivate, zu modellieren und die Anlage- und Marktrisiken zu analysieren, um zu verstehen, inwiefern die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aufeinander abgestimmt sind (oder eben nicht). An diesem Punkt kommt die LDI-Strategie ins Spiel.

Liability-Driven Investments haben sich mittlerweile als optimales Anlagemodell etabliert, um diese zentrale Zielsetzung zu unterstützen.

 

Was ist Liability Driven Investing und warum ist es wichtig?

Liability Driven Investing steht für die Einrichtung eines Anlageportfolios, das auf die Verbindlichkeiten eines Fonds abgestimmt ist. Dabei geht es nicht „nur" um Absicherung, sondern handelt sich vielmehr um einen ganzheitlichen Ansatz der Anlageverwaltung, bei dem der Fluss der Verbindlichkeiten als Benchmark für alle Anlagen dient.

In den letzten zehn Jahren konzentrieren sich die Pensionskassen zunehmend auf die genaue Analyse der Einnahmen- und Ausgabenflüsse des Programms sowie – besonders wichtig – den Zeitpunkt der Abflüsse. Dieser Trend ist aufgrund von Umbrüchen im Anlageumfeld und allgemeinen demografischen Faktoren entstanden, die grundlegende Veränderungen für Pensionskassen mit sich brachten. Dazu gehören:

- die höhere, anhaltende Volatilität der Anlagemärkte, durch die die Unsicherheit bezüglich der Rendite von Anlagevermögen zunimmt

- die verstärkte Tendenz zu Markterschütterungen und Belastungsszenarien, durch die nicht nur die Ertragsunsicherheit steigt, sondern auch der Kapitalerhalt gefährdet werden kann

- die Alterung großer Bevölkerungsteile der Erde, durch die die Fonds unter den Druck geraten, mehr Gelder auszuzahlen, während sie gleichzeitig weniger einnehmen

Um die vor ihnen liegenden Herausforderungen zu überwinden, sind viele Pensionsfonds zu LDI-Strategien übergegangen.

 

Worin besteht die Analyse von Aktiv- und Passiv-Positionen – und wie kann sie helfen?

Die Analyse von Aktiv- und Passiv-Positionen (kurz: ALIA für Asset & Liability Investment Analytics) ist eine Risikomanagement-Lösung für Pensionskassen und Treuhandverwalter. Sie zielt auf die Schaffung von Transparenz und einen verbesserten Einblick der Verantwortlichen in die Anlagerisiken ab. Mit Hilfe von ALIA können Sie besser erkennen, wie sich die Anlagestrategien für Ihre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten entwickeln.

ALIA unterstützt Pensionskassen bei der Einrichtung eines LDI-Ansatzes: So haben sie die Möglichkeit, die Aktiva und Passiva nicht nur rückwirkend zu kontrollieren, sondern von Anfang an risikogesteuerte Techniken in das Portfoliostrukturierungsverfahren zu integrieren – das fängt schon bei der Festlegung der Ziele an.

Das nachstehende Flussdiagramm zeigt die vier grundlegenden Schritte und verdeutlicht, wie ALIA den Prozess unterstützt.

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- Festlegung von Zielen: Bei der Abwägung der Anlageziele der Pensionskasse bietet ALIA quantitative Unterstützung für verschiedene Wirtschaftsszenarien und die Zuweisung der Risikobereitschaft des Fonds, sodass die Treuhänder Ziele aus einer besser informierten Position heraus setzen können.

- Portfolioaufbau: ALIA unterstützt den Strukturierungsprozess: Der Fonds kann seine Ziele in dem geeigneten Anlageuniversum verfeinern, die Anlageportfolios unter Berücksichtigung der Prognosen für die Verbindlichkeiten optimieren und Szenariotests für Aktiva wie Passiva durchführen.

- Implementierung: Mit ALIA lassen sich Strategien unter Berücksichtigung des Liquiditätsbedarfs im Test umsetzen – ein zentraler Aspekt. Zu diesem Zweck werden die Spreads, die Volumen, die Liquidationskosten sowie der Liquidationszeitpunkt modelliert.

- Überwachung: Ein strenges ALIA-Reportingmodell ermöglicht eine intuitive Ex-post-Attribution und Risikoanalyse der eingerichteten Portfolios und gibt den Treuhändern Feedback bei der Zielfestlegung.

 

Ein Wort zur Regulierung

Zwar werden viele Pensionskassen seit Jahrzehnten gut geführt, doch sind die Aufsichtsbehörden auf die realen Kosten aufmerksam geworden, die verschiedene Umbrüche am Markt für die Mitglieder hatten, so etwa die globale Finanzkrise des Jahres 2008. Folglich fordern die Mitglieder eine noch bessere Führung auf der Grundlage von verstärkter Überwachung und umfassenderem Risikomanagement.

Die Europäische Kommission verlangt von den Pensionskassen eine ganzheitlichere Sicht auf ihre Risiken und Verbindlichkeiten. Die neuen Vorschriften – die als IORP II bezeichnet werden – erlegen Pensionsplänen bestimmte Verpflichtungen auf: die Vorlage eines Risikoevaluationsberichts, der die Effektivität des Risikomanagements und zentrale Funktionen, einschließlich der internen Prüfung, berücksichtigt, risikoabhängige Finanzierungsvorschriften und eine qualitative Beurteilung der Mechanismen zur Schutz aufgelaufener individueller Ansprüche, einschließlich Garantien und Schutzklauseln.

Diese Risikoevaluation muss alle Risikoarten einbeziehen, unter anderem Langlebigkeits-, Markt‑, Kredit‑, Liquiditäts‑ und operatives Risiko. Folglich wird ALIA eine noch zentralere Rolle spielen, um die Effektivität der von den Treuhändern eingerichteten Governance-Mechanismen gegenüber den Aufsichtsbehörden zu belegen.

 

Abschließende Bemerkungen

Aus diesen Gründen ist ALIA die ideale Lösung für Pensionskassen und deren Treuhänder, die die Umstellung auf LDI-Strategien unterstützt und gewährleistet, dass Pensionszusagen weiterhin erfüllt werden können. Insbesondere wird sichergestellt, dass:

- das Programm über den gesamten Anlagehorizont gut finanziert ist

- die Anlage- und Verbindlichkeitenstrategien verschiedenen Marktzyklen standhalten können

- die Volatilität auf der Finanzierungsebene sowie die Portfolioliquidität sorgfältig verwaltet werden

- bei der Erhöhung der Erfolgschancen Best-Practice-Verfahren angewandt werden

- dass die gegenwärtigen und künftigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen eingehalten werden

 

Analyse von Aktiv-Passiv-Positionen: Definition und Vorteile

ALIA vereint die entscheidenden Faktoren für Effizienzoptimierung. Die Lösung ist interaktiv und dynamisch und auf den jeweiligen Nutzertyp zugeschnitten. Sie ermöglicht eine konsolidierte Übersicht über die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

- Kontrolle des Deckungsgrades anhand von multiplen Diskontkurven

- Asset-Allokationsanalyse auf Look-through-Basis

- Liability Benchmarking

- Risikoanalyse Aktiv-/Passiv-Matching

- Analyse der Anlagerisiken von Pensionsplänen (multiple Stresstests und Risikoattribution)

- Performance-Überwachung und -Attribution

 

Zu den Vorteilen, die sich durch die Nutzung von ALIA ergeben, gehören:

- höhere Transparenz bezüglich aller Anlagen eines Investmentportfolios

- Zugang zu den Einzelheiten bezüglich der Verbindlichkeitsflüsse des Fonds

- Bessere Handlungsfähigkeit des Fonds durch entscheidungsreife Daten

- Bessere und aktuelle Information verschiedener, zentraler interner Beteiligter

- Unterstützung bei komplexen aufsichtsrechtlichen Reporting-Anforderungen

- Verringerung von Fehlern und operativen Risiken, die durch manuelle Prozesse entstehen

 

 

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